Eine Woche

Ziemlich genau ein Jahr war vergangen seit wir das letzte Mal zusammen gefischt hatten. Geographische und zeitliche Gründe sowie berufliche Verpflichtungen machten es uns nicht einfach, die wenige frei verfügbare Zeit gemeinsam am Wasser zu verbringen. Doch dieses Mal hatten wir es geschafft und ganze fünf Nächte Zeit um Fische zu fangen, gute Gespräche zu führen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen.

Wir hatten uns für einen großen Baggersee entschieden, der im Sommer zwar stark von Badegästen und Seglern frequentiert wird, an dem jeder von uns beiden aber auch schon wundervolle Sternstunden erlebt hatte. Angespornt durch diese schönen Erinnerungen setzten wir dann bei brütender Hitze auf unseren Wunsch-Spot über, eine kleine bewaldete Insel, von der aus man eine große Wasserfläche befischen konnte. Hier sollten wir beide genügend Wasser zur Verfügung haben, um unsere Taktiken und Ideen umzusetzen und gleichzeitig gut als Team funktionieren zu können.

Da wir die Fische aufgrund der Gespräche mit anderen Anglern im eher tieferen Wasser vermuteten, entschieden wir uns diesen Bereich in den ersten beiden Tagen großflächig zu füttern und dieses große Gebiet mit jeweils einer Rute zu befischen. Die anderen beiden Ruten wurden als Fallen gestellt, d.h. mit recht wenig Futter an vielversprechenden Spots platziert. Der erste Abend verlief ruhig und so verabschiedeten wir uns recht früh in unsere Schlafsäcke. Wir waren beide doch sehr müde und der Stress des Alltags musste erst langsam abgeschüttelt werden. Gegen 01.00 Uhr meldete sich dann erstmals Dominik's Delkim und einige Minuten später durfte ich den ersten Fisch fotografieren. Erster Fisch in der ersten Nacht, so konnte es weitergehen

Und das sollte es auch.Doch zuerst öffnete der Himmel seine Pforten und es regnete bis in die frühen Morgenstunden. Wir waren beide gespannt, wie sich der Wetterumschwung auf das Beißverhalten auswirken würde. Die Antwort bekam ich dann am frühen Morgen, es hatte gerade aufgehört zu regnen. Die Rute etwas abseits des Futterplatzes lief ab und einige Minuten später durfte auch ich meinen ersten Schuppi in den Händen halten. In den folgenden Stunden, es regnete munter weiter, durften wir im Stundentakt drillen. Die Fische hatten den großen Futterplatz angenommen, unsere Taktik war aufgegangen.

Besonders schön war, dass wir beide regelmäßig Bisse bekamen und so jeder auf seine Kosten kam. Dies dauerte bis zum späten Abend an, so dass wir kaum Ruhephasen bekamen und auch für das Essen kaum Zeit war. In der folgenden Nacht gönnten uns die Fische dann doch ein paar ruhige Stunden, ehe Dominik am frühen Morgen unsanft von einem seiner Delkims geweckt wurde und der Tanz von vorne begann.

In den folgenden Stunden wurden die Bisse dann etwas weniger, was wir auch auf die reduzierte Futtermenge zurückführten. Wir fütterten nach den Bissen nur noch kleinflächig. Wir hofften, durch die reduzierte Futtermenge und das Fischen am Rande des Futterplatzes auf den ein oder anderen ganz Dicken. Ganz dick sollte es an diesem Tag wenige Zeit später für mich kommen. Um auch die etwas ruhigeren Phasen zu nützen, hatten wir uns ein kleines Plateau gesucht, auf dem wir einige Kilo Partikel fütterten. Wir wollten versuchen, in der Mittagshitze den ein oder anderen schönen Graser zu verhaften. Meine Rute lag keine 15 Minuten auf dem Spot und schon gab mein Micron unregelmäßig kurze Töne von sich und auch der Hanger vollführte wahre Freudentänze.auf und ab und.der Fisch hing. Nach einem typischen Graserdrill konnten wir schlussendlich einen wunderschönen Graser über die Keschermaschen führen. Die wahre Größe offenbarte sich uns allerdings erst beim Wiegen des Fisches. Normalerweise lasse ich mich nur sehr schwer für Graser begeistern, aber dieser Fisch hatte es auch mir angetan. Einige Zeit später war es dann auch bei Dominik soweit und jeder hatte seinen Graser gefangen. Die Ruhe tat unserem großflächigen Futterplatz merklich gut. Erst am späten Abend kam wieder Leben in unsere Hanger und so konnten wir die Nacht hindurch bis zum folgenden Mittag kontinuierlich wunderschöne Fische fangen.

Wie es weiterging und was uns die noch verbleibenden zwei Nächte gebracht haben, erfahrt Ihr in Part 2..

Dominik