Die Sache mit der Nuss..

"Nuss knackt Nuss!" könnte man die vergangene Session nennen.

Früh morgens war ich am Wasser angekommen. Mit einem etwas mulmigen und angespannten Gefühl hatte ich die Fahrt gut hinter mich gebracht. Hatte ich mirdoch dieses Mal ein Gewässer ausgesucht, an dem ich in der Vergangenheit selten Erfolg gehabt hatte. Ich hattedort vor Jahren meinen ersten richtig großen Karpfen gefangen, doch danach hatte sich der See irgendwie gegenmich gewandt.

Doch dieses Jahr sollte alles anders werden. Nach einem eher mageren Jahr 2011 hatte ich mir für 2012 vorgenommen,genau dieses Trauma zu überwinden. Da meine favorisierten Plätze besetzt waren, entschloss ich mich im Morgengrauen an einen sehr zentral gelegenen Spot überzusetzen.

Ich fischte in sehr unterschiedlichen Tiefen, um die Fische besser finden zu können. Die ersten Stunden brachten zwar Aktionen, allerdings gingen diese ausnahmslos von Schleien und Brassen aus. Zumindest diese schienen meinen Spot gefunden zu haben. Gefangen wurde allerdings nur im flacheren Teil des Sees zu meiner rechten.

So durfte ich zumindest bei Markus, der diesen Bereich befischte, regelmäßig Fotograf spielen und mich vergewissern, dass es tatsächlich noch Karpfen im See gab..

Da Markus am Samstag abreiste, bot er mir an, seinen Platz zu übernehmen. Gerne nahm ich dieses Angebot an und so moovte ich nach nur einer Nacht an den neuen Spot. Zum Abschied überreichte mir Markus noch grinsend eine Handvoll seiner nussigen Erfolgsboilies, die ich zuerst, fast etwas beschämt, mal in meiner Tasche verstaute, man weiß ja nie.

Und so kam es, dass, wie erwartet, auch der Samstag ohne Fischkontakt zur Neige gehen sollte. Daher legte ich in der Dämmerung kurzentschlossen nochmals beide Ruten neu aus.und an beiden Rigs baumelte, richtig, ein Nuss-Boilie.

Die Nacht verlief ruhig, zu ruhig. Als ich im Morgengrauen erwachte und meinen Ruten einen vorsichtigen Blick zuwarf, durfte ich Zeuge eines seltenen Schauspiels werden: Die Schnur spannte sich langsam, die Rutenspitze neigte sich langsam gen Backlead und.mein Micron ertönte ! Wenig später stand ich da, mit zitterndem Körper, und spürte einen zähen Kontrahenten am anderen Ende der Leine.

Und doch genoss ich jede Sekunde des Drills, was in Teilen des Vorjahres nicht möglich gewesen war. Eineinnere Stimme sagte mir, dass alles gut gehen werde. Da war sie wieder, diese innere Ausgeglichenheit. Nach einigen Minuten durfte ich einen massigen Spiegler keschern. Er hatte noch ein wunderschönes Winterkleid, was den Moment nahezu perfekt machte. Ich fühlte mich regelrecht befreit und durfte kurze Zeit später noch einen weiteren Genossen zu einem Landgang überreden. p>

So neigte sich eine ganz besondere Sessions dem Ende zu, an die ich noch oft zurückdenken werde. Ob es wohl an der Nuss lag ?

Auf jeden Fall hat sie ausgereicht, um dem eigenen Fischen eine Nuance mehr Vertrauen zu schenken und mir somit ein Ende der Durststrecke.

Dominic